Umfrage: Wechsel der Bank - Ihre Erfahrungen sing gefragt!

Informations- und Beratungsdienste der EU

Urlaub mit dem Mietwagen

Wer vergleicht, fährt günstiger

Die Preisunterschiede bei Mietwagen sind enorm – ein Vergleich zahlt sich aus. Zu diesem Ergebnis kommt das Testmagazin „Konsument“, das in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Verbraucherzentrum zu Beginn der Feriensaison 280 Angebote internationaler und regionaler Mietwagenfirmen eingeholt hat.
 

Wer keinen Preisvergleich anstellt, zahlt gehörig drauf

Das Wichtigste gleich vorab: Es lohnt sich, die Preise von Mietwagen zu vergleichen. Auf Rhodos etwa liegt der Preisunterschied zwischen dem billigsten und dem teuersten Anbieter bei nicht weniger als 212 Prozent. Aber auch dort, wo die Differenz am geringsten war, lässt sich ein schöner Betrag einsparen: In Malta beläuft sie sich immer noch auf 89 Prozent. Erhoben wurden die Preise in europäischen Ferienregionen, die üblicherweise mit dem Flugzeug und nicht mit dem eigenen Pkw angesteuert werden. Das trifft vor allem auf Inseldestinationen zu. Von den 12 Orten befinden sich nur Lissabon (Portugal) und Antalya (Türkei) auf dem Festland.

Kleinwagenkategorie wurde erhoben

Um am Urlaubsort mobil zu sein, genügt den meisten Urlaubern ein Kleinwagen, deshalb wurde die jeweils kleinste Kategorie erhoben. In der Regel hat man keinen Anspruch auf ein bestimmtes Modell, sondern auf eine Fahrzeugkategorie – das Angebot lautet dann beispielsweise „Opel Corsa oder ähnliche“. Es kann auch vorkommen, dass die kleinste Klasse von bestimmten Vermietern gar nicht angeboten wird.

Auf Details achten

Zu beachten ist, dass sich die Angaben für den Autovermieter Sixt auf ein Spezialangebot beziehen, „Holiday Cars“ genannt. Der Sixt-Normalpreis kann deutlich darüber liegen. Sixt „Holiday Cars“ befindet sich jedenfalls immer unter den Billigstbietern. Nicht zu verwechseln mit dem Vermieter „Holiday Autos“, der ebenfalls recht günstig ist.

Günstigere Angebote bei Online-Buchung und sofortiger Bezahlung

Sparen kann man aber nicht nur durch geschickte Auswahl des Anbieters. Bei Online-Buchung und sofortiger Bezahlung ist es bei Avis um bis zu 17,8 Prozent günstiger (Kos und Antalya) gegenüber der Bezahlung vor Ort bei Fahrzeugübernahme. Ähnliches gilt auch für Europcar auf den griechischen Inseln.

Auf Selbstbehalt achten

Auf den ersten Blick erscheinen manche Preise im Internet oft noch günstiger, weil die Angebote von unterschiedlichen Voraussetzungen ausgehen. Manche gelten inklusive aller Nebenkosten, bei anderen werden Diebstahl- und Insassenunfallversicherung extra verrechnet. Vom Selbstbehalt der Vollkaskoversicherung kann man sich in einigen Fällen freikaufen, in anderen nicht, oder es gibt erst gar keinen Selbstbehalt.

Variante ohne Selbstbehalt bevorzugen

In unseren Berechnungen wurden diese Details berücksichtigt, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Auf jeden Fall ist eine Variante ohne Selbstbehalt zu empfehlen, denn ein Kratzer taucht schnell einmal auf, und dann wären gleich bis an die tausend Euro fällig (Avis Lissabon: Selbstbehalt Kia Picanto 976 Euro).

Insassenunfallversicherung werden sehr unterschiedlich angeboten

Ein eigenes Kapitel stellt die Insassenunfallversicherung dar. Vertragsbedingungen und Deckungssummen sind sehr unterschiedlich. Und sie verteuert den Gesamtpreis in der Regel um rund 20 bis 50 Euro, in Italien sogar noch mehr. Manchmal ist sie bei Buchung bereits im Mietpreis enthalten, manchmal kann sie nur vor Ort zusätzlich abgeschlossen werden, und manchmal wird gar keine angeboten.

Kreditkarten werden oft als Sicherstellung verlangt

Oft ist bei Übernahme eine Kaution zu entrichten, die meist in Höhe des Selbstbehaltes liegt. Andere Anbieter verlangen statt der Kaution die Blanko-Hinterlegung der Kreditkartendaten, wie es bei internationalen Hotelketten üblich ist. Das bedeutet: Wer keine Kreditkarte hat, kann dort kein Auto mieten.

Kleine nicht immer billiger

Die Hoffnung auf einen Preisvorteil bei kleinen Anbietern sollte sich leider in den meisten Fällen als illusorisch erweisen. Denn kleine lokale Anbieter sind übers Internet kaum zu finden. Den Großteil der im Internet anzutreffenden Angebote bilden so genannte „Mietwagen-Broker“, also Vermittlerfirmen, die sich nationaler oder internationaler Mietauto-Servicedienste bedienen.

Auch einfach anzureisen, um vor Ort ein Auto zu mieten, in der Hoffnung, man bekäme es günstiger, ist vor allem in der Hauptsaison nicht zu empfehlen. Leicht möglich, dass man nur mehr ein großes, deutlich teureres Auto bekommt oder gar keines, oder nur ein völlig zusammengerittenes Vehikel.

Vorteile bei Buchung von zu Hause

Auswahl und Buchung von zu Hause haben den Vorteil, dass es in der eigenen Sprache geschieht. Vertragsbedingungen sind schon in der Muttersprache schwierig genug zu verstehen, noch schwieriger ist es in einer verbreiteten Fremdsprache; aber versuchen Sie einmal, einen griechischen Vertrag zu durchschauen! Vor allem bei Streitigkeiten ist es von Vorteil, wenn der Gerichtsstand Österreich ist, was bei einem Vertragsabschluss im Ausland nicht der Fall sein wird.

Auto bei Übernahme genau ansehen

Keines der eingeholten Angebote enthält eine Kilometerbegrenzung, das heißt, es ist nichts zusätzlich zu bezahlen, wenn man mehr fährt als ursprünglich angenommen. Diese früher weit verbreitete Praxis konnte die Kosten empfindlich steigern. Dennoch kann es auch heute noch passieren, dass man am Ende mehr bezahlen muss als man glaubte. So sind sehr oft bestimmte Schäden aus der Deckung der Vollkasko-Versicherung ausgenommen, und zwar genau solche, die auf den schlechten Straßen und in den engen Gassen idyllischer Urlaubsorte besonders oft vorkommen – nämlich Reifenpannen, Bruch der Windschutzscheibe oder ein abgebrochener Rückspiegel. Dieses Risiko lässt sich meist nicht ausschließen; umso wichtiger ist es, schon bei Übernahme des Fahrzeugs diese Punkte genau zu kontrollieren.

Eventuell anfallende Kosten vorher abklären

Wer direkt am Flughafen ins Auto umsteigen will, zahlt dafür unter Umständen etwa 10 Euro extra. Weitere 20 bis 30 Euro, in Einzelfällen auch bis zu 50 Euro, kann es kosten, wenn man das Fahrzeug außerhalb der Schalteröffnungszeiten übernehmen möchte, was bei Charterflügen, die sehr oft auch nachts stattfinden, gar nicht selten vorkommt. Wichtig ist auch, mit dem Vermieter schon vorab eine Vereinbarung zwecks Fahrzeugübernahme bei Verschiebungen und Verspätungen des Fluges zu treffen. Auch Straßenbenützungsgebühren (Road Tax) werden gerne extra vor Ort verrechnet. Größenordnung: etwas mehr als ein Euro pro Tag.

Risiko-Lenker und Mindestalter

Besondere Vorkehrungen treffen die Vermieter häufig gegenüber so genannten Risiko-Lenkern, also jungen Führerscheinneulingen. Meist muss dieses Risiko mit Zuschlagszahlungen für unter 25-Jährige abgegolten werden. Oder es gibt überhaupt ein Mindestalter (z.B. 21 Jahre), wobei man bereits seit mindestens einem Jahr einen Führerschein besitzen muss, auch zwei oder drei Jahre Führerscheinbesitz werden manchmal verlangt.

Was bei einem Mietwagen zu beachten ist

Versicherungen, Steuern, Gebühren:
  •   Kaskoversicherungs-Selbstbehalt
  •   Kosten für zusätzliche Diebstahlversicherung
  •   Insassenunfallversicherung und höhere Deckungssummen
  •   Extra Buchungsgebühren und Stornobedingungen
  •   Kosten für die Übernahme (Flughafenzustellung, 
      Nachtzuschläge, Verspätungszuschläge)
  •   Straßenbenützungsgebühr (Autobahnmauten…)
  •   Zusatzgebühren für junge Lenker
  •   Kaution oder Kreditkarte
Übernahme und Rückgabe:
  •  Öffnungszeiten der Übergabestation 
  •  Alter und Ausstattung der Fahrzeuge
  •  Genaue Zustandskontrolle bei Übernahme  (Karosserieschäden, Kratzer; besonders Reifen,  Windschutzscheibe, Rückspiegel)
  •   Rückgabe mit vollem oder leerem Tank
  •   Reinigungskosten

Tipps des Europäischen Verbraucherzentrums

  • Preise vergleichen. In kaum einem anderen Bereich gibt es derartig große Preisunterschiede für ein und dieselbe Leistung. Unter den international tätigen Autovermietern fanden wir bei Economy Car Rental, Sixt, Holiday Autos und Sunny Cars die günstigsten Angebote. Regionale Vermieter sind häufig nicht oder kaum billiger.
  • Nebenkosten beachten. Zum eigentlichen Mietpreis kommen oft erhebliche Gebühren dazu, im Schnitt liegen die effektiven Mietkosten um rund 50 Prozent über den ausgewiesenen.
  • Komplettangebote suchen. Neben dem regulären Mietwagenpreis gibt es bei vielen Vermietern und Vermittlern spezielle Urlaubsangebote, die preislich deutlich unter jenen für Business-Reisende liegen (z.B. „Holiday Cars“ von Sixt).

 

Wien, Juni 2005