RAPEX-Jahresbericht 2009
EU-Zusammenarbeit beim Schutz vor gefährlichen Produkten
Anzahl der Warnungen über gefährliche Produkte um 7 % gestiegen - dies geht aus dem RAPEX-Jahresbericht 2009 der Kommission hervor.
Der Anstieg von 1866 Meldungen im Jahr 2008 auf 1993 im Berichtsjahr zeigt, dass die Leistungsfähigkeit des RAPEX-Systems 2009 durch die wirksamere Marktüberwachung der Mitgliedstaaten weiter zugenommen hat.
Auch nehmen die europäischen Unternehmen ihre diesbezügliche Verantwortung ernster und ziehen ihre nicht sicheren Produkte bereitwilliger vom Markt zurück. Das spezielle Schnellwarnsystem für Unternehmen („Business Application“) wird systematischer von ihnen genutzt. Die meisten Warnmeldungen 2009 betrafen Spielzeug, Bekleidung und Kraftfahrzeuge. Heute wurden auch die Ergebnisse einer EU-Marktstudie in 13 Ländern über die Sicherheit von Spielzeug vorgestellt; demnach lag bei etwa 20 % des Spielzeugs ein Verstoß gegen die einschlägigen Sicherheitsbestimmungen vor.
Zahl der gemeldeten gefährlichen Produkte steigt weiter an
Die Zahl der RAPEX-Meldungen nimmt seit 2004, dem Jahr der Umsetzung der Richtlinie über die allgemeine Produktsicherheit in innerstaatliches Recht durch die Mitgliedstaaten, stetig zu. Im sechsten Jahr des Bestehens des Schnellwarnsystems hat sich die Zahl der Meldungen gegenüber dem Jahr 2004 mehr als vervierfacht (von 468 auf 1993). 2009 betrug der Anstieg gegenüber dem Vorjahr 7 %.
Die Zunahme der RAPEX-Warnungen und die größere Leistungsfähigkeit des Systems sind das Ergebnis
- einer besseren Durchsetzung der Produktsicherheitsvorschriften durch die nationalen Behörden,
- eines effizienteren Einsatzes der verfügbaren Ressourcen,
- eines größeren Verantwortungsbewusstseins der Unternehmen,
- der stärkeren Zusammenarbeit mit Drittländern,
- der von der Europäischen Kommission koordinierten mitgliedstaatübergreifenden Vernetzungs- und Schulungsmaßnahmen.
Warnungen aus China nur leicht angestiegen
Der Anteil der Produkte aus China, vor denen über RAPEX gewarnt wurde, ist 2009 um 1 % auf 60% angestiegen. Abgenommen hat die Zahl der beanstandeten Produkte, bei denen die Angabe des Ursprungslands fehlte.
Alle Länder ziehen mit
Alle EU-Länder haben neue gefährliche Produkte ausfindig gemacht und gemeldet bzw. nach Bekanntwerden entsprechende Maßnahmen ergriffen und auf diese Weise ihren Beitrag zum Funktionieren des RAPEX-Systems geleistet. Die Hälfte der Länder hat ihre Aktivitäten verstärkt und mehr gefährliche Produkte als 2008 gemeldet.
Die meisten Warungen aus Spainien, Deutschland und Griechenland
Am aktivsten waren Spanien (220 Meldungen), Deutschland (187), Griechenland (154), Bulgarien (122) und Ungarn (119). 47 % der RAPEX-Meldungen zu besonders gefährlichen Produkten stammen aus diesen Ländern.
Ganz oben auf der Liste: Spielzeug, Textilien und Kraftfahrzeuge
60 % der Warnmeldungen entfielen 2009 allein auf Spielzeug (472), Textilien (einschließlich Bekleidung) (395) und Kraftfahrzeuge (146). An vierter Stelle mit 138 Meldungen folgte die Produktkategorie Elektroartikel.
Ergebnisse der EU-Marktstudie über Spielzeugsicherheit
2009 untersuchten die Marktüberwachungsbehörden in 13 Ländern (Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Frankreich, Griechenland, Italien, Lettland, Litauen, Niederlande, Norwegen, Slowakei und Tschechische Republik) gezielt die Sicherheit von Spielzeug. Sie prüften über 14 000 Spielzeugartikel auf ihre Übereinstimmung mit den Sicherheitsvorschriften. Die Prüfungen fanden hauptsächlich bei Importeuren und Einzelhändlern statt; der Zoll kontrollierte 160 Einfuhrsendungen.
Insgesamt wurden 803 Produkte in Labors auf ihre mechanische Sicherheit (576 Proben) und ihren Schwermetallgehalt (227 Proben) untersucht. 200 Proben versagten bei der mechanischen Prüfung, aber nur 17 wiesen einen zu hohen Schwermetallgehalt auf. Entsprechend ergingen Warnmeldungen über RAPEX, und die nationalen Behörden ergriffen Maßnahmen gegen die ermittelten unsicheren Produkte.
PROSAFE - EU-Netz von Überwachungsbehörden
Mit dem von PROSAFE, dem EU-Netz von Überwachungsbehörden, koordinierten Projekt wurde vor allem das Ziel verfolgt, unsichere Produkte vom EU-Markt fernzuhalten. Die beteiligten Mitgliedstaaten konnten Erfahrungen gewinnen, wie durch Zusammenarbeit eine bessere Überwachung und Durchsetzung der Sicherheitsvorschriften möglich ist. Die nationalen Behörden werden verstärkt für die Einhaltung der einschlägigen Vorschriften sorgen und Wirtschaftsakteure und Verbraucher informieren.
PROSAFE (www.prosafe.org) steht für Product Safety Enforcement Forum of Europe und ist eine von der Europäischen Kommission unterstützte gemeinnützige Organisation von Marktüberwachungsbeamten aus verschiedenen europäischen Ländern; ihr Ziel ist die Verbreitung bewährter Verfahren für eine bessere Marktüberwachung.
Brüssel/Wien, 15.04.2010
© Europäische Union, 1995-2010