Ihre Rechte als Passagier

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Flugasche: Flugausfälle in Europa

Legt Grimvötn Europa lahm?

Bild: Shutterstock

Wegen der neuerlichen Aschewolke aus Island haben bereits die Flughäfen Bremen und Hamburg den Betrieb eingestellt.


Nach Medienberichten dürften demnächst auch in Berlin Starts und Landungen annulliert werden (Stand: 25.05.2011 11:00 Uhr).

Ihre Rechte als Flugpassagiere

Annullierung des Fluges: Im Fall der Streichung von Flügen kann der Passagier wahlweise die Erstattung des Flugpreises binnen 7 Tagen oder anderweitige Beförderung zum Endziel zum frühestmöglichen Zeitpunkt verlangen.
Weiters stehen dem Passagier folgende Betreuungsleistungen zu: Verpflegung, Hotelunterbringung, zwei unentgeltliche Telefonate (oder Faxe oder E-Mails).

 Flugasche: außergewöhnliche Umstände

Wenn der Ausfall eines Fluges auf  außergewöhnliche Umstände (Vulkanasche – Schließung des Flugraumes) zurückgeht stehen Passagieren keine weitere Ausgleichsleistungen zu.

Fluglinien und Reiseveranstalter trifft an der derzeitigen Situation zwar kein Verschulden, dennoch können Passagiere Ansprüche aus dem Titel der Gewährleistung bzw. aus der EU-Fluggastrechte-Verordnung geltend machen.

Zwar haben Passagiere – mangels Verschulden – gegen Fluglinien und Reiseveranstalter keinen Anspruch auf Schadenersatz. Sie können aber von der ausführenden Airline entweder die Rückerstattung des Flugpreises oder eine anderweitige Beförderung zum Ziel fordern.
Wird das verweigert und muss die Reise selbst organisiert werden, kann Kostenersatz verlangt werden. Zudem besteht ein Anspruch auf Betreuungsleistungen (Verpflegung, Hotelunterbringung und kostenlose Telefonate). Bekommt man diese nicht, gibt es auch hier Ersatzansprüche.

Fluggastrechte kommen zur Anwendung

Trotz der Außergewöhnlichkeit dieser Situation darf nicht auf die Rechte der Flugpassagiere vergessen werden.

Airlines sind verpflichtet sich um ihre Kunden zu kümmern, sie über ihre Rechte und die weitere Vorgehensweise zu informieren und bei längeren Wartezeiten mit Mahlzeiten und Getränken, zwei unentgeltliche Telefonaten, Faxen oder E-Mails sowie allenfalls Hotelunterbringungen zu versorgen.

Sollten Ihnen diese Betreuungsleistungen nicht zur Verfügung gestellt werden, so heben Sie bitte die diesbezüglichen Kassabons auf, damit Sie nachträglich einen Kostenersatz von der Fluglinie fordern können.

Alternative Beförderung oder Geld zurück

Abgesehen davon können Passagiere nach der sogenannten Fluggastrechte-Verordnung [VO(EG) 261/2004] bei Flugannullierungen  zwischen folgenden zwei Optionen wählen:

• alternative Beförderung zum Endziel unter vergleichbaren Reisebedingungen zum frühest möglichen Zeitpunkt
• Rückerstattung des Ticketpreises (also Verzicht auf den Flug)

Die Frage, die sich für viele Betroffene derzeit stellt, ist, ob als alternative Beförderung in diesem Zusammenhang auch eine Zug- oder Busreise angesehen werden kann? Hat man einen Anspruch darauf, dass die Fluglinie die Kosten für ein Zug- oder Busticket trägt, da ja im Moment gar keine Flüge zu/aus den betroffenen Regionen stattfinden?
Dazu gibt es leider unterschiedliche Rechtsmeinungen. In jedem Fall empfiehlt es sich, die Airline zu kontaktieren und über mögliche Lösungen am Besten schon vorab zu verhandeln.

Außergewöhnliche Umstände - keine Ausgleichszahlung

Achtung: in Anbetracht dessen, dass die Flugstreichungen im Zusammenhang mit dem Vulkanausbruch auch für die Airlines unvorhersehbar und unvermeidbar waren, liegt diesbezüglich ein außergewöhnlicher Umstand vor, sodass Passagiere keine Ausgleichszahlung in der Höhe von € 250,- bzw. € 400,- bzw. €600,- fordern können, wie dies bei Annullierungen aus bestimmten anderen Gründen möglich wäre.

Haben Sie am Reiseziel, wo Sie nun aufgrund einer Flugannullierung nicht hinkommen, bereits weitere Leistungen gebucht (Hotel, Mietwagen, Weiterfahrt mit einem Schiff etc.), so entsteht dadurch ein weiteres Problem. Die Erstattung von Stornokosten für diese Leistungen wird nicht möglich sein, da die Fluglinie kein Verschulden an der Streichung des Fluges trifft. Folglich wird sie auch nicht schadenersatzpflichtig.
 
Tipps des Europäischen Verbraucherzentrum

  • Informieren Sie sich rechtzeitig bei der Airline oder am Flughafen über die aktuelle Situation.
  • Heben Sie alle Unterlagen (Rechnungen, Belege) auf.
  • Lassen Sie sich alle Zusagen schriftlich geben.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu den Flugausfällen aufgrund der Vulkanasche finden Sie hier.


Wien,25.05.2011