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Inkasso Service GmbH / Forderungsmanagement/ IS Inkasso Service

Postadressen missbraucht

Bild: Shutterstock

Konsumenten erhalten Mahnungen für angeblich offene Rechnungen bei Lotterie- oder Gewinnspielanbietern.


Derzeit sind zehntausende Mahnschreiben mit Zahlungsaufforderungen im Umlauf, wonach die Empfänger Zahlungen bei Lotterie- oder Gewinnspielanbietern schuldig seien (Briefdatum 10.07.2012).

Neu: 13. August 2012: IS Inkasso Service als vermeintlicher Absender

Das echte IS Inkasso Service stellt auf seiner Website klar, dass sie die nicht bestehende Forderungen in Höhe von 132,76 Euro (96 Euro zuzüglich „Mahnspesen“) der Internet-Glückspiel- und Lotterieunternehmen Gewinn-plan.at, Tip7 und Vip-star eintreibt. 

Diese Unternehmen sind keine Auftraggeber der IS Inkasso Service GmbH.
Im fingierten Absender sind Firmenstandorte in Hamburg, Madrid und Sofia angeführt.
Tatsächlich befindet sich der Hauptsitz der IS Inkasso Service GmbH in Linz.
Die an IS Inkasso Service weitergeleiteten gefälschten Schreiben wurden in Kärnten aufgegeben und weisen als Datum 10. Juli und 6. August 2012 auf. Die Empfänger werden aufgefordert die Forderung auf ein bulgarisches Konto einzuzahlen.

Die IS Inkasso Service GmbH hat ihren Rechtsanwalt beauftragt, eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Linz gegen Unbekannt einzubringen.

06. August 2012: "Forderungmanagement" als Absender 

Mittlerweile sind Schreiben von einem angeblichen "Forderungsmanagement" (Briefdatum 06.08.2012) im Umlauf.
Die Gestaltung des Schreibens und die Höhe der Forderung sind identisch. Auch die Bankverbindung ist in Bulgarien.   

In allen diesen Schreiben wird behauptet, man habe an einer Spielgemeinschaft für "Lotto 6 aus 49" teilgenommen. Daraus resultiere eine Forderung in der Höhe von 96 Euro. Da man auf bisherige Mahnungen nicht reagiert hat, seien nun 132,76 Euro zu bezahlen.

"Angebliche Auftrageber" gaben niemals Auftrag

Als Auftraggeber werden u.a. die „GewinnGarantie GmbH", „www.vip-star.at“, „www.tip7.at“ oder www.gewinn-plan.at genannt.
Diese Unternehmen stellen auf Ihren Websites klar, dass sie nichts mit diesen Schreiben zu tun haben und sie die angebliche „Inkasso Service GmbH“ (Briefdatum 10.07.2012) niemals mit einer Forderungseintreibung beauftragten.

Die Zahlung soll laut Mahnschreiben auf ein bulgarisches Konto erfolgen.

Falsche Adressen - Reaktion auf Mahnung sinnlos

Um Seriösität vorzuspiegeln werden Adressen in Deutschland, Österreich, Spanien und Bulgarien, die mit der angeblichen „Inkasso Service GmbH“ gar nichts zu tun haben, als Postanschrift missbraucht. 
Ein Protestschreiben an eine der angeführten Adressen bringt daher nichts.

Tipps des Europäischen Verbraucherzentrums

  • Zahlen Sie den Betrag nicht ein und reagieren Sie nicht auf das Schreiben!
  • Es handelt sich hierbei um einen Betrugsfall.
  • Die Firma Inkasso Service GmbH existiert nicht.
  • An den im Schreiben angegebenen Adressen gibt es keine Inkasso Service GmbH.
    In Deutschland sitzt dort etwa die Firma EOS Holding, die dies auch auf ihrer Website klarstellt.
    Auch an der angegebenen Adresse in Österreich ist die „Inkasso Service GmbH“ nicht gemeldet. 
  • Es ist davon auszugehen, dass es sich um bulgarische Betrüger handelt, da der Betrag auf ein Konto in Bulgarien zu zahlen wäre.
  • Die E-Mailadresse "inkassoservice@post.com“ läuft über einen Provider in den USA und ist – ähnlich wie Hotmail oder Googlemail – ein Freemailaccount.
  • Machen Sie Anzeige bei der nächstgelegenen Polizeidienststelle. Es wird vermutet, dass Ihre Daten illegal von einem Paymentdienstleister erworben wurden.
  • Prüfen Sie daher regelmäßig Ihr Bankkonto und widerrufen Sie nicht authorisierte Abbuchungen sofort.
  • Lassen Sie sich nicht durch derartige Mahnschreiben ins Bockshorn jagen! Diese Betrüger agieren offenbar nach dem Motto: "Man probiert´s halt..."

Wien, 13.08.2012